Draußen zuhause - Heimat, ein starkes Gefühl das verbindet (Foto: Pressmaster/ Shutterstock)

Heimat: Das trägt und verbindet in aller Welt…

in Ansprachen von

Kinder kennen keine Vorurteile. Kinder sind so frei! Sie reden viel, aber nicht hinter vorgehaltener Hand. Und sie schließen niemanden aus. Dieses Unverfälschte, dieses Echte! Lassen Sie uns als Erwachsene das wiederfinden…

Dazu brauchen wir Liebe. Liebe zu uns selbst, die wir uns alle als Kinder Gottes sehen können – ebenso die Menschen um uns herum. Und Gott will sie uns schenken, diese ursprüngliche, erste Liebe. Jesus sagt seinen Freunden: „Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch stärken“ (Mt. 11,28). Da geht es nicht um Obergrenzen oder Kontingente in der Politik, gar Kosten-Nutzen-Kalkulationen in der Wirtschaft. Es geht schlicht und ergreifend um… Liebe!

Liebe ist etwas ganzheitliches, es betrifft uns, den ganzen Menschen. Für Jesus ist Liebe das wichtigste Gebot. Und das lautet so: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Willen. Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.« (Lk. 10,27 nach Basisbibel)

Liebe, das war auch für den Apostel Paulus ein Thema. Zwar hat er Jesus nicht selbst erlebt, aber viel von ihm gehört. Daraufhin änderte Paulus sein Leben – in eine andere Richtung. Er war begeistert, von dieser so völlig anderen Sichtweise auf die Welt in der wir leben.

Als Expat in Korinth

Paulus lebte einige Zeit im Ausland – in Korinth, heute würden wir Expat sagen. Das ist jemand der außerhalb seiner ursprünglichen Heimat für eine begrenzte Zeit im Ausland lebt. Korinth. Am Mittelmeer gelegen, eine Hafenstadt in der Nähe der heutigen Hauptstadt Griechenlands. Weit weg von Jerusalem.

Menschen unterschiedlicher Religion, Kultur und Weltanschauung kommen hier zusammen. Sie kommen aus aller Herren Länder – ob weiß oder farbig, arm oder reich. In Korinth wird gehobelt, gehandelt und gefeilscht – um die besten Preise, ums Überleben und manchmal nur ums Prinzip.

Herz: Nur die Liebe zählt…

Paulus wusste wohl, warum er den Korinthern folgendes geraten hat: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!  (1. Kor. 16,14). Und an anderer Stelle: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Kor. 13,13). Paulus ist sich sicher: „Die Liebe hört niemals auf“ (1. Kor. 13,8a).

Paulus spricht von insgesamt drei Dingen: Glaube – Hoffnung – Liebe.  Über die Liebe haben wir schon etwas gehört. Wie schaut’s mit dem Glauben aus, an was denken Sie da zuerst?

Nun. Heute ist Sonntag und dazu ein besonderes Fest, die Taufe zweier Kinder. Und dann sind da die großen Feste der Kirche, sie sind Tradition – vor allem zu Weihnachten aber auch Ostern sind sie für uns sogar ein Stück weit Heimat. Menschen kommen zur Kirche, feiern Gottesdienst.

Und Kinder gehen unter der Woche zur Schule, in den Reli-Unterricht und manche später zur Konfirmation. Sie denken nach über den Sinn des Lebens und ihrer eigene Taufe. Das kann in den Räumen der Kirche sein oder ganz weit draußen in der Freizeit, in der Natur, irgendwo wo es schön ist.

Kreuz: Was wir alles glauben…

Da beschäftigen wir uns mit allem möglichen, manchmal auch mit dem Glauben, was er für uns bedeutet – beim Wandern, Radfahren oder Spielen. Und wir versuchen dabei den Brückenschlag, von Sonntag auf Montag – von der Freizeit zurück in den Beruf…

Was bleibt? Bei mir bleibt da dieses Gefühl, dass es da noch etwas Größeres geben muss. Für mich ist es der Glaube, der Glaube an Gott. Kennen Sie das, dieses Gefühl dass da mehr ist als wir sehen und hören?

Das Kreuz ist ein Zeichen für diesen Glauben, dass da mehr ist. Es verbindet die Weite dieser Welt und die Höhe, die Verbindung zu Gott, die Dimension nach unten wie oben – zum Himmel hin. Denn dieses wichtige Symbol der Christen weist über sich hinaus, blau wie der Himmel – aufs ewige Leben und all das, was noch kommt…

So steht’s in der Bibel: „Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was wir hoffen, und ein Nichtzweifeln an dem, was wir (noch) nicht sehen“ (Hebräer 11,1). Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Wir haben Herz und Kreuz auf dem Altar in Legosteinen aufgebaut, sie stehen für Liebe und Glauben. Fehlt „nur“ noch die Hoffnung…

Anker: Hoffentlich wird’s gut!

Für mich hat Hoffnung viel zu tun mit dem was ich selbst erwarte. Hoffnung lenkt meinen Blick auf Dinge, die mir wichtig sind. Da bin ich mir ganz sicher! Auf wen oder was hoffen Sie eigentlich?

Traditionell verbinden wir mit Hoffnung das Bild des Ankers. Das Anker-Werfen ist jetzt nicht so eine alltägliche Sache. Wir sehen sie meist nicht, sie liegen tief auf dem Grund – aber sie müssen halten. Ob der Anker eines großen Container-Schiffs, der vor dem Hafen auf Reede liegt oder der Anker falls ich mit meinem Segelboot in der Mainau-Bucht vor Anker liege – Ich sehe den Anker nicht, aber ich vertraue darauf, dass er hält!

Diese Verbindung von Glaube – Hoffnung – Liebe lasst uns niemals vergessen. Jeder Mensch braucht das: eine Heimat, ein festes Fundament unter den Füßen. Egal wo wir gerade sind und in welchem Kulturraum auch immer wir uns bewegen. In Korinth, Konstanz oder anderswo: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Liebe Eltern und Paten,

Ihnen habe ich diese Symbole hier nochmal mitgebracht: das Herz für die Liebe, das Kreuz für den Glauben und den Anker für die Hoffnung. Diese Symbole sollen Sie und euch daran erinnern: Gott geht mit mit! Heute, morgen und an jedem neuen Tag. Dies gibt es uns ein festes Fundament unter den Füßen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus (Phil. 4,7)

Amen.

Gehalten am 5.6.2016 in der Schlosskirche auf der Insel Mainau – Gottesdienst mit Taufe.

Artikelbild: Pressmaster/ Shutterstock

Ich bin Jan Otte. Und möchte Menschen Mut machen. Das versuche ich mit Worten und Taten, mit meiner Schreibmaschine und dem Mikrofon, mit diesem Blog und Podcast...

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