Gedanken über Gott und die Welt:

Hafenlotsen helfen, Schiffen den richtigen Weg zu finden, zum ankern. Woran machst du dich fest? (Foto: Alex Stemmer/ Shutterstock)
Impulse

Ankern auf gutem Grund, auch in wechselhaften Verhältnissen

Up and down, hoch und runter! Schulen und Läden öffnen und ein paar Tage später wieder schließen (müssen). Was für ein Hin und Her! Von einem Lockdown zum nächsten, Home-Schooling hier, Notbetreuung da. Mit angezogener Notbremse müssen wir uns arrangieren und organisieren, irgendwie! Fragt sich nur Wie…

Gut gemeinte Durchhalteparolen verhallen, während wir uns für einen längeren, pandemischen Zeitraum einrichten. Vielleicht entdecken wir in dieser ganzen Situation ja auch ganz neue Seiten an uns, wer weiß…

Wie wäre es mit ein bisschen mehr Solidarität! Gerade jetzt, im Wonnemonat, den Mai. Wo die Natur voll aufblüht, die Knospen sprießen, alles irgendwie im grünen Bereich zu sein scheint. Eigentlich selbstverständlich, unabhängig vom Wetterbericht. Der eine hilft dem anderen auf. Das können bereits einfache Worte sein. Verständnis zeigen für die Bedürfnisse der anderen, emotionalen Nähe zulassen – auch auf Abstand möglich. Hier vor Ort in Konstanz, direkt vor unserer Haustür. So sehe ich das, als gutgläubiger Mensch. Und woran ich diesen Glauben festmache, dauerhaft? 

„Um an das Gute zu glauben, zu lieben und zu hoffen, brauche ich einen guten Grund“

Um an das Gute zu glauben, zu lieben und zu hoffen, brauche ich einen guten Grund, festen Boden unter den Füßen. Dafür steht für mich das Bild des Ankers. Anker-Werfen ist jetzt nicht so eine alltägliche Sache am Bodensee, im Vergleich zum offenen Meer. Wenn wir sie aber werfen, gibt es dazu meistens gute Gründe. Und das soll auch so sein. Auf gutem Grund liegend, haben sie eine ganz entscheidende Aufgabe: sie müssen halten! Ich sehe den Anker zwar nicht, aber ich vertraue darauf, dass er hält! So halte ich es auch mit meinem christlichen Glauben. Ich halte mich fest daran! Und so will es auch halten bei allem weiteren Reden, Machen und Tun.

Was ist so ein Anker für Sie, für dich ganz persönlich? Und wie schaut er aus…

Großes, schweres Gusseisen was ein ganzes Containerschiff halten könnte. Oder doch eher ein kleines Ankerkettchen, luftig-leicht als Schmuck um den Hals oder gar als Tattoo auf den Arm? Ob so oder so oder ganz anders. Schöpfen wir neue Hoffnung! Und woraus? Hoffnung habe ich in der Bibel gefunden – als „sicheren und festen Anker unsrer Seele“ (Hebräer 6,19). 

Ich wünsche Ihnen und euch viele gute Ankerplätze zum Festmachen, sich einander festzuhalten. In Momenten im Leben, wo es uns ganz besonders schwerfällt, die „richtigen“ Worte zu finden. Dort, wo wir uns mit gut gemeinten Ratschlägen weiter runterziehen, weil wir uns bei aller Verunsicherung impulsiv festklammern. Deshalb lasst uns gleichsam achtsam bleiben, sich wandelnde Verhältnisse wahrzunehmen. Lichten wir dabei den einen oder anderen, ungünstig geworfenen Anker und Üben so auch das Loslassen. 

In diesem Sinne: Schiff ahoi! 

Geistlicher Impuls, veröffentlicht im SÜDKURIER, Regionalausgabe für Konstanz (1.5.2021)

Artikelbild: Alex Stemmer, Shutterstock

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