Achtsamkeit und Agilität: Geistreiches, auch im Home-Office

in Impulse von

Wir können den Geist nicht machen. Er ist kein „Todo“, passt weder auf einen Postit-Zettel noch in ein Scaled Agile Framework, in Story Points nicht messbar. Der Geist ist eben einfach kein WSJF – kein Weighted Shortest Job First. Wir können nur auf seine Ankunft warten

Warten ist etwas, was unserer Menschen-Natur in der Maschinen-Welt von heute schwer fällt. Wir können einfach nicht mehr warten. Wir können nicht mehr still sitzen. Vor lauter Zoom-Sessions. Wir sind zu unruhig, zu ungeduldig. Müssen auf den Beinen sein, unterwegs. Immer was zu tun. Wühlen uns stundenlang durch Power-Points, als einfach mal auf etwas zu warten. Auch auf das was wir mal nicht im Griff haben, wo wir uns unsicher fühlen. Wo wir die Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht vollumfänglich kennen, noch nicht.

Lernen wir das warten. Lassen wir uns überraschen, statt zu ertrinken. Ertrinken im Geschäft. Lassen wir uns entlasten, richten wir uns neu aus. Der Geist wird allen geschenkt, die warten und sich öffnen lassen. Und nur dann Geistreiches weitergeben, wenn wir selbst beschenkt sind. Und uns beschenken lassen. Im priorisierten Backlog ebenso wie im Frontlog.

Nach Meditation: Anthony de Mello, „Gib deiner Seele Zeit“, Herder 2006, S. 97